Kosmonovski

Kosmonovski 141714

Wenn eine Band wie KOSMONOVSKI ein offizielles Debütalbum veröffentlicht, dann ist man in Promohausen schnell versucht, den – schlimmes Wort! – „Point-of- Sale“ einzig und allein auf den Fakt zu legen, dass es sich hier um eine – großes Wort! – „Inklusions-Combo“ handelt.

Sicher: Das macht dieses mittlerweile bandgewordene Projekt um den sympathischen Sänger und Ex-„The A.M. Thawn“-Mann Holger Denninger schon speziell. Man erlebt nicht aller Tage ein Musikkollektiv, welches absolut keinen Hehl daraus macht, dass seelische und körperliche Störungen die Mitglieder zusammengeführt und -geschweißt haben. Es ist aber genau jene Leichtigkeit, mit der die Band diese Tatsache auf der Bühne mit einem Augenzwinkern, einer Menge Verve und charmantem Arschtritt um und ausspielt, die KOSMONOVSKI so intensiv sein lässt. Ehrenwort.

Und soviel sei an dieser Stelle gleichwohl verspochen: Würde man den psycho- sozialen Background mal hintenanstellen und nur die Musik für sich sprechen lassen, dann wären diese neun – ja, richtig gelesen: NEUN! – Jungs immer noch etwas ganz besonderes. Das muss man in der Tat gesehen und gehört haben, wie hier live und auf Platte frisch geradeaus gerockt, gezappelt und gepoltert wird, dass sich diverse gestandene Bands erstmal die Holzfällerhemden wieder geradeziehen müssen.

Was KOSMONOVSKI da zaubern, ist gleichermaßen treibend wie knackig und dabei stets angenehm schrullig. Irgendwie ist das Indie, irgendwo Pop, irgendwas daran Punk und bei all dem immer absolut straight. Im Zusammenspiel mit Holgers cleveren deutschen Texten wird man jedenfalls das Gefühl nicht los, dass man in KOSMONOVSKIs Heimatstadt Rheine das Trinkwasser mittlerweile ehrfürchtig mit gestrecktem Muff Potter Schnaps versetzt hat. Das wurde dann mal direkt im H12 Hafenstudio bei Pogo Mc Cartney, seines Zeichens Bassist der Gruppe Messer und Studiomann, aufgenommen und später bei Christian Bethge im Rama Tonstudio Mannheim gemischt und gemastert.
Und dann ist’s eigentlich auch keine große Überraschung mehr, dass das famose Indie-Label This Charming Man Records aus Münster seinen ohnehin schon grandiosen Labelroster jetzt um KOSMONOVSKI erweitert hat. Denn da passen Holger, Henne, Wolle, Alex, Svenson, Michael, Valentin und die zwei Christophs bestens hin.

Na? „Augen zu und Furcht“, irgendwer? Reinhören, aber zickzack!

(Ingo Donot)

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